Haushalt und Finanzen der Gemeinde Oberhaching 2020




Der Haushaltsplan 2020 wurde am 31. März 2020 vom Gemeinderat als Haushaltssatzung verabschiedet.

In der Haushaltssatzung werden auch die Hebesätze der Grund- und Gewerbesteuer für das Haushaltsjahr festgelegt. Diese betragen:

Gewerbesteuerhebesatz 250  v. H
Grundsteuerhebesatz  A + B 275  v. H.

Nach der Finanzplanung sollen sich diese Hebesätze auch in den kommenden Jahren nicht ändern.
 
Der kommunale Haushaltsplan besteht aus zwei Teilen, dem Verwaltungs- und dem Vermögenshaushalt.
 
Der Verwaltungshaushalt bildet den laufenden Betrieb ab, wie die Personalkosten, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsaufwendungen, laufende Zuschüsse, alle Steuer- und Gebühreneinnahmen und die Steuerausgaben. Im Jahr 2020 beträgt das Volumen des Verwaltungshaushalts 52.189.400 €. Ein wichtiger Indikator ist das anvisierte Ergebnis des Verwaltungshaushaltes. Im Jahr 2020 wird ein Überschuss von 2.047.700 € erwartet. Dieser Überschuss wird für Investitionen an den Vermögenshaushalt weitergeleitet.
Der Vermögenshaushalt bildet die Investitionen der Gemeinde ab, wie Hochbaumaßnahmen, Straßenbaumaßnahmen, Investitionszuschüsse, Grunderwerb sowie die Tilgungsleistungen. Dafür sind im Jahr 2020 insgesamt 29.608.300 € vorgesehen.

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Einnahmepositionen im Verwaltungshaushalt. Die Übersicht über die Einnahmeseite zeigt, dass die Steuereinnahmen die größte Position ausmachen. Sie verteilen sich wie folgt:


Einnahmen Verwaltungshaushalt 2020
 

Die obenstehende Grafik zeigt, wie wichtig die Gewerbesteuer für den gemeindlichen Haushalt ist. Es lohnt sich einen genaueren Blick darauf zu werfen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Ergebnisse (blau) und die Erwartungen der Gewerbesteuereinnahmen (rot) in den jeweiligen Jahren.


 Gewerbesteuer 2020


Von den gemeindlichen Steuereinnahmen fließt ein erheblicher Teil an den Landkreis (Kreisumlage) und an den Staat (Gewerbesteuerumlage). Dies ist oft nicht bekannt bzw. wird unterschätzt. Die nachfolgende Grafik zeigt was der Gemeinde von den Steuereinnahmen übrig bleibt, das sogenannte „Netto-Steueraufkommen“:


Steuereinnahmen netto 


 Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt stellen sich folgendermaßen dar:

 
Ausgaben im Verwaltungshaushalt 2020





Die nachfolgende Aufstellung gibt Auskunft darüber, welche Einrichtungen im laufenden Betrieb über die zu erzielenden Einnahmen hinaus (z. B. Gebühren) besonders bezuschusst werden (ohne Investitionen):

 
Geplanter Zuschuss
 

Den Finanzspielraum (grau hinterlegt) für die Gemeinde soll nachfolgende Grafik deutlich machen.
 
Entwicklung 2020


 
Wie bereits eingangs erwähnt ist der Überschuss des Verwaltungshaushaltes ein wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung auch für die zurückliegenden Jahre.
 
Zuführung 2020



 
Die Grafik zeigt auf, dass das Ergebnis in der Regel immer über dem Planansatz lag. Mit dem Haushaltsplan wird auch der Finanzplan der kommenden drei Jahre beschlossen, er wird auch Investitionsplan genannt. Die nachfolgende Grafik zeigt die Bereiche/Projekte, in welche die Gemeinde in diesem und in den nächsten Jahren investieren will.
 
Investitionen 2020
Es sind Investitionen im Umfang von rund 27,85 Millionen Euro (ohne Tilgungsleistungen) vorgesehen.


 Ausgaben Vermögenshaushalt 2020


 
Der Großteil der Investitionen fließt in die Schulen (rd. 1,6 Millionen Euro), in den Bau für Mietwohnungen für Einheimische (rd. 6,0 Millionen Euro), in den Straßenbau (rd. 5,1 Millionen Euro), in Rohrleitungsinvestitionen des gemeindlichen Wasserwerks (rd. 0,4 Millionen Euro) sowie eine Kapitaleinlage an die Gemeindewerke Oberhaching GmbH in Höhe von rd. 5,8 Millionen Euro zum weiteren Ausbau des geothermisch gespeisten Nahwärmenetzes. Für den allgemeinen Grunderwerb sind rd. 4,0 Millionen Euro vorgesehen. Für das Komunalunternehmen Grundstücksverwaltung Oberhaching (KU) sind rd. 1,7 Millionen Euro vorgesehen.
 
In den Finanzplanungsjahren 2021-2023 hat der Gemeinderat folgende Schwerpunkte gesetzt:


Investitionsschwerpunkte 2020



 
Zur Kostendeckung der geplanten Investitionen müssen in den Jahren 2020 bis 2023 voraussichtlich auch Kredite aufgenommen werden.
 
Zusammenfassung und Übersicht über die Finanzplanungsjahre
 


Notwendige Kreditaufnahmen


 

Stand der Rücklage
Die allgemeine Rücklage wird zu Beginn des Haushaltsjahres 2020 nach dem vorläufigen Abschluss 2019 voraussichtlich rd. 1,3 Millionen Euro betragen. Die gesetzlich geforderte Mindestrücklage wird damit deutlich übertroffen. Die Rücklage steht (bis auf die Mindestrücklage von rd. 0,6 Millionen Euro) für Investitionen des Jahres 2020 zur Verfügung. Eine Rücklagenzuführung wird aufgrund der geplanten Investitionen im Jahr 2020 und den Finanzplanungsjahren 2021 bis 2023 voraussichtlich nicht möglich sein.


 
Stand der Schulden
Der Schuldenstand der Gemeinde beträgt zu Beginn des Haushaltsjahres 2020 rund 26,46 Millionen Euro, was einer Pro- Kopf-Verschuldung von rd. 1.935 Euro bei 13.657 Einwohner am 31.12.2019 entspricht. Der Landesdurchschnitt liegt bei Gemeinden unserer Größenklasse am 31.12.2018 bei 659 Euro je Einwohner.
Im Jahr 2020 ist zur Finanzierung der Investitionen eine Kreditaufnahme von 26.180.900 Euro geplant. Dadurch erhöht sich, nach Abzug der laufenden Tilgung der Schuldenstand voraussichtlich auf rd. 50,89 Millionen Euro.
Ob eine Kreditaufnahme in diesem Umfang tatsächlich notwendig wird, hängt im Wesentlichen von der Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen und dem Fortschritt der einzelnen geplanten Investitionsmaßnahmen des Jahres 2020 ab.
 
Wofür wurden die Schulden aufgenommen? Hier die Antwort:


 Stand der Schulden 2020

 

Seit 2009 wurden insgesamt rund 120 Millionen Euro in Kinderbetreuung/Schulen, Geothermie/Energiewende und Grunderwerb investiert. Die weiteren Investitionen neben den vorstehenden Aufgabenfeldern haben rund 30 Millionen Euro betragen. Insgesamt hat davon die Gemeinde rund zwei Drittel selbst erwirtschaftet, rund ein Drittel wurde über Kredite finanziert.