Haushalt und Finanzen der Gemeinde Oberhaching 2018

Die Haushaltssituation der Gemeinde Oberhaching ist solide und geordnet.

Seit 2007 investierte die Gemeinde ca. 100 Millionen Euro in die Daseinsvorsorge, sprich in die Lebensqualität, in die Zukunfstfähigkeit und in die Nachhaltigkeit. So flossen gut 40 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung und in die Sanierung und Erweiterung der Schulen. Knapp 40 Millionen Euro wurden in die Geothermie, das Fernwärme- und das Glasfasernetz investiert. Weitere etwa 10 Millionen Euro flossen in den Grunderwerb, bspw. zur Umsetzung von Einheimischenmodellen (Wohnraumförderung). Und für das Jahr 2018 sind weitere 16 Millionen Euro an Investitionen geplant.

Selbstverständlich konnten und können diese Zukunftsinvestitionen nicht allein aus Rücklagen bestritten werden. Die Kreditaufnahme beläuft sich Anfang 2018 auf etwa 21 Millionen Euro, knapp 4 Millionen Euro besitzt die Gemeinde als Rücklage.  Entsprechend den Planansätzen im Haushalt 2018 wären weitere Kredite in Höhe von knapp 5 Millionen Euro aufzunehmen. Allerdings hängt die Höhe der Kreditaufnahme unter anderem davon ab, wie sich die Gewerbesteuereinnahmen entwickeln und welche Investitionen in 2018 auch wirklich realisiert werden.

So lagen die Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2017 mit gut 21 Millionen Euro etwa 4 Millionen über den Erwartungen. Auch die Einnahmen aus der Einkommenssteuerbeteiligung lagen über dem Planansatz, sodass im Ergebnis 2017 keine neuen Kredite aufgenommen werden mussten, sondern vielmehr der Schuldenstand getilgt werden konnte.

Trotz all dieser Investitionen und Kreditaufnahmen sollen die gemeindlichen Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer nach der gemeindlichen Finanzplanung auch künftig stabil bleiben:

Gewerbesteuerhebesatz 250  v. H
Grundsteuerhebesatz  A + B 275  v. H.

Soweit der grobe Gesamtüberblick zu den Gemeindefinanzen. Eine ausführlichere und detaillierte Betrachtung finden sich im folgenden Haushaltsplan der Gemeinde Oberhaching für das Jahr 2018.

Haushaltsplan 2018

Der Haushaltsplan 2018 wurde am 6. März 2018 vom Gemeinderat als Haushaltssatzung verabschiedet. Die Einzelheiten zum Haushaltsplan 2018, wie die Einnahmen- und Gewerbesteuerentwicklung, die Kreisumlage, die Ausgaben im Verwaltungs- und Vermögenshaushalt, den laufenden Zuschussbedarf einzelner Einrichtungen, die Investitionsschwerpunkte und die mittelfristige Finanzplanung, sind - auch grafisch - in dem Downloadbereich in der rechten Spalte aufbereitet.

Der kommunale Haushaltsplan besteht aus zwei Teilen, dem Verwaltungs- und dem Vermögenshaushalt.

Der Verwaltungshaushalt bildet den laufenden Betrieb ab, wie die Personalkosten, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsaufwendungen, laufende Zuschüsse, alle Steuer- und Gebühreneinnahmen und die Steuerausgaben. Im Jahr 2018 beträgt das Volumen des Verwaltungshaushalts ca. 50 Millionen Euro. Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt liegen nach den Planansätzen etwa 3 Millionen Euro über den Ausgaben. Dieser Überschuss von knapp 3 Millionen Euro fließen in den Vermögenshaushalt und stehen dort für Investitionen zur Verfügung.

Der Vermögenshaushalt bildet die Investitionen der Gemeinde ab, wie Hochbaumaßnahmen, Straßenbaumaßnahmen, Investitionszuschüsse und Grunderwerb. Dafür sind im Jahr 2018 ca. 16 Millionen Euro vorgesehen.

Der gemeindliche Haushalt 2018 im Überblick


Gesamtvolumen des Haushalts 2018
66,2 Millionen Euro
Verwaltungshaushalt
50,2 Millionen Euro
Größte Posten bei den Einnahmen
Gewerbesteuer 21,2 Millionen Euro
Beteiligung an der Einkommenssteuer
12,3 Millionen Euro
Größte Posten bei den Ausgaben
Kreis- und Gewerbesteuerumlage 19,8 Millionen Euro
Personalkosten
13,9 Millionen Euro
Überschuss Verwaltungshaushalt
2,8 Millionen Euro
Vermögenshaushalt
16 Millionen Euro
Investitionsschwerpunkte 2018
Grundschule Deisenhofen 2,6 Millionen Euro
Grunderwerb 3 Millionen Euro
Kapitaleinlage Kommunalunternehmen
Grundstücksverwaltung Oberhaching
1,2 Millionen Euro

Kapitaleinlage Gemeindewerke Oberhaching GmbH 3,1 Millionen Euro

Erschließungskosten Einheimischen-Projekt 628.000 Euro

Geplante Kreditaufnahme 4,7 Millionen Euro

Stand der Rücklage

Die allgemeine Rücklage wird zu Beginn des Haushaltsjahres 2018 nach dem vorläufigen Abschluss 2017 voraussichtlich rd. 3,6 Millionen Euro betragen. Die gesetzlich geforderte Mindestrücklage wird damit deutlich übertroffen.

Die Rücklage (rd. 3,0 Millionen Euro) steht für Investitionen des Jahres 2019 zur Verfügung. Eine erneute Rücklagenzuführung wird aufgrund der geplanten Investitionen im Jahr 2018 und den Finanzplanungsjahren 2019 bis 2021 voraussichtlich nicht möglich sein.

Stand der Schulden

Der Schuldenstand der Gemeinde beträgt zu Beginn des Haushaltsjahres 2018  rund 21,18 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von rd. 1.574 Euro bei 13.454  Einwohner am 31.12.2016 entspricht. Der Landesdurchschnitt liegt bei Gemeinden unserer Größenklasse am 31.12.2016  bei  692 Euro je Einwohner.

Im Jahr 2018  ist zur Finanzierung der Investitionen eine Kreditaufnahme von 4.731.000 Euro geplant. Dadurch erhöht sich, nach Abzug der laufenden Tilgung der Schuldenstand voraussichtlich auf rd. 24,86 Millionen Euro.

Ob eine Kreditaufnahme in diesem Umfang tatsächlich notwendig wird, hängt im Wesentlichen von der Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen und dem Fortschriftt der einzelnen geplanten Investitionsmaßnahmen des Jahres 2018 ab.