Haushalt und Finanzen der Gemeinde Oberhaching 2019

Der Haushaltsplan 2019 wurde am 12. März 2019 vom Gemeinderat als Haushaltssatzung verabschiedet.

In der Haushaltssatzung werden auch die Hebesätze der Grund- und Gewerbesteuer für das Haushaltsjahr festgelegt. Diese betragen:

Gewerbesteuerhebesatz 250  v. H
Grundsteuerhebesatz  A + B 275  v. H.

Nach der Finanzplanung sollen sich diese Hebesätze auch in den kommenden Jahren nicht ändern.
 
Der kommunale Haushaltsplan besteht aus zwei Teilen, dem Verwaltungs- und dem Vermögenshaushalt.
 
Der Verwaltungshaushalt bildet den laufenden Betrieb ab, wie die Personalkosten, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsaufwendungen, laufende Zuschüsse, alle Steuer- und Gebühreneinnahmen und die Steuerausgaben. Im Jahr 2019 beträgt das Volumen des Verwaltungshaushalts 50.702.800 €. Ein wichtiger Indikator ist das anvisierte Ergebnis des Verwaltungshaushaltes. Im Jahr 2019 wird ein Überschuss von 1.196.700 € erwartet. Dieser Überschuss wird für Investitionen an den Vermögenshaushalt weitergeleitet.
Der Vermögenshaushalt bildet die Investitionen der Gemeinde ab, wie Hochbaumaßnahmen, Straßenbaumaßnahmen, Investitionszuschüsse und Grunderwerb. Dafür sind im Jahr 2019 insgesamt 26.053.400 € vorgesehen.
 
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Einnahmepositionen im Verwaltungshaushalt. Die Übersicht über die Einnahmeseite zeigt, dass die Steuereinnahmen die größte Position ausmachen. Sie verteilen sich wie folgt:
Diagramm_VWH-E
 
Die obenstehende Grafik zeigt, wie wichtig die Gewerbesteuer für den gemeindlichen Haushalt ist. Es lohnt sich einen genaueren Blick darauf zu werfen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Ergebnisse (blau) und die Erwartungen der Gewerbesteuereinnahmen (rot) in den jeweiligen Jahren.
 
Gewerbesteuer

Von den gemeindlichen Steuereinnahmen fließt ein erheblicher Teil an den Landkreis (Kreisumlage) und an den Staat (Gewerbesteuerumlage). Dies ist oft nicht bekannt bzw. wird unterschätzt. Die nachfolgende Grafik zeigt was der Gemeinde von den Steuereinnahmen übrig bleibt, das sogenannte „Netto-Steueraufkommen“:
 
Netto Steueraufkommen

 Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt stellen sich folgendermaßen dar:
 
Ausgaben Verwaltungshaushalt A

 Die nachfolgende Aufstellung gibt Auskunft darüber, welche Einrichtungen im laufenden Betrieb über die zu erzielenden Einnahmen hinaus (z. B. Gebühren) besonders bezuschusst werden (ohne Investitionen):
 
Laufender Zuschuss von Einrichtungen
 

Den Finanzspielraum (grau hinterlegt) für die Gemeinde soll nachfolgende Grafik deutlich machen.
 
Entw-Steuer-Kreisumlage
 
Wie bereits eingangs erwähnt ist der Überschuss des Verwaltungshaushaltes ein wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung auch für die zurückliegenden Jahre.
 
Zuführung an Vermögenshaushalt
 
Die Grafik zeigt auf, dass das Ergebnis in der Regel immer über dem Planansatz lag. Mit dem Haushaltsplan wird auch der Finanzplan der kommenden drei Jahre beschlossen, er wird auch Investitionsplan genannt. Die nachfolgende Grafik zeigt die Bereiche/Projekte, in welche die Gemeinde in diesem und in den nächsten Jahren investieren will.
 
Investitionen 2019
Es sind Investitionen im Umfang von rund 25,34 Millionen Euro (ohne Tilgungsleistungen) vorgesehen.
 
Ausgaben Vermögenshaushalt
 
Der Großteil der Investitionen fließt in die Schulen (Grundschule Deisenhofen rd. 1,5 Millionen Euro und Sanierung der Kyberghalle 3,5 Millionen Euro), in den Straßenbau und Wohnungswesen (rd. 3,2 Millionen Euro), in Rohrleitungsinvestitionen und ein Notstromaggregat des gemeindlichen Wasserwerks (rd. 0,8 Millionen Euro) sowie eine Kapitaleinlage an die Gemeindewerke Oberhaching GmbH in Höhe von rd. 5,9 Millionen Euro zum weiteren Ausbau des geothermisch gespeisten Nahwärmenetzes. Für den allgemeinen Grunderwerb sind rd. 5,2 Millionen Euro vorgesehen. Für das Komunalunternehmen Grundstücksverwaltung Oberhaching (KU) sind rd. 1,5 Millionen Euro vorgesehen.
 
In den Finanzplanungsjahren 2020-2022 hat der Gemeinderat folgende Schwerpunkte gesetzt:

Investitionsschwerpunkte

 
Zur Kostendeckung der geplanten Investitionen müssen in den Jahren 2019 bis 2021 nicht nur die Rücklagen herangezogen, sondern voraussichtlich auch Kredite aufgenommen werden.
 
Zusammenfassung und Übersicht über die Finanzplanungsjahre
 
Finanzplanungsjahre
 
  
Stand der Rücklage
Die allgemeine Rücklage wird zu Beginn des Haushaltsjahres 2019 nach dem vorläufigen Abschluss 2018 voraussichtlich rd. 2,7 Millionen Euro betragen. Die gesetzlich geforderte Mindestrücklage wird damit deutlich übertroffen. Die Rücklage steht (bis auf die Mindestrücklage von rd. 0,6 Millionen Euro) für Investitionen des Jahres 2019 zur Verfügung. Eine Rücklagenzuführung wird aufgrund der geplanten Investitionen im Jahr 2019 und den Finanzplanungsjahren 2020 bis 2022 voraussichtlich nicht möglich sein.
 
Stand der Schulden
Der Schuldenstand der Gemeinde beträgt zu Beginn des Haushaltsjahres 2019  rund 20,25 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von rd. 1.500 Euro bei 13.504 Einwohner am 31.12.2017 entspricht. Der Landesdurchschnitt liegt bei Gemeinden unserer Größenklasse am 31.12.2017 bei 687 Euro je Einwohner.
Im Jahr 2019 ist zur Finanzierung der Investitionen eine Kreditaufnahme von 19.654.000 Euro geplant. Dadurch erhöht sich, nach Abzug der laufenden Tilgung der Schuldenstand voraussichtlich auf rd. 38,76 Millionen Euro.
Ob eine Kreditaufnahme in diesem Umfang tatsächlich notwendig wird, hängt im Wesentlichen von der Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen und dem Fortschritt der einzelnen geplanten Investitionsmaßnahmen des Jahres 2019 ab.
 
Wofür wurden die Schulden aufgenommen? Hier die Antwort:
 
Rücklagen Schulden GWO Grund
 

Seit 2009 wurden insgesamt 110 Millionen Euro in Kinderbetreuung/Schulen, Geothermie/Energiewende und Grunderwerb investiert. Davon hat die Gemeinde rund 2/3 selbst erwirtschaftet, rund 1/3 wurde über Kredite finanziert.