Haushalt und Finanzen der Gemeinde Oberhaching 2021

Der Haushaltsplan 2021 wurde am 2. März 2021 vom Gemeinderat als Haushaltssatzung verabschiedet.

In der Haushaltssatzung werden auch die Hebesätze der Grund- und Gewerbesteuer für das Haushaltsjahr festgelegt. Diese betragen:

Gewerbesteuerhebesatz 250  v. H
Grundsteuerhebesatz  A + B 300  v. H.

Nach der Finanzplanung sollen sich diese Hebesätze auch in den kommenden Jahren nicht ändern.
 
Der kommunale Haushaltsplan besteht aus zwei Teilen, dem Verwaltungs- und dem Vermögenshaushalt.
 
Der Verwaltungshaushalt bildet den laufenden Betrieb ab, wie die Personalkosten, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsaufwendungen, laufende Zuschüsse, alle Steuer- und Gebühreneinnahmen und die Steuerausgaben. Im Jahr 2021 beträgt das Volumen des Verwaltungshaushalts 52.957.000 €. Ein wichtiger Indikator ist das anvisierte Ergebnis des Verwaltungshaushaltes. Im Jahr 2021 wird ein Überschuss von 2.161.000 € erwartet. Dieser Überschuss wird für Investitionen an den Vermögenshaushalt weitergeleitet.
Der Vermögenshaushalt bildet die Investitionen der Gemeinde ab, wie Hochbaumaßnahmen, Straßenbaumaßnahmen, Investitionszuschüsse, Grunderwerb sowie die Tilgungsleistungen. Dafür sind im Jahr 2021 insgesamt 31.371.800 € vorgesehen.

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Einnahmepositionen im Verwaltungshaushalt. Die Übersicht über die Einnahmeseite zeigt, dass die Steuereinnahmen die größte Position ausmachen. Sie verteilen sich wie folgt:


Einnahmen_im_Verwaltungshaushalt
 

Die obenstehende Grafik zeigt, wie wichtig die Gewerbesteuer für den gemeindlichen Haushalt ist. Es lohnt sich einen genaueren Blick darauf zu werfen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Ergebnisse (blau) und die Erwartungen der Gewerbesteuereinnahmen (rot) in den jeweiligen Jahren.


 Gewerbesteuer_2021


Von den gemeindlichen Steuereinnahmen fließt ein erheblicher Teil an den Landkreis (Kreisumlage) und an den Staat (Gewerbesteuerumlage). Dies ist oft nicht bekannt bzw. wird unterschätzt. Die nachfolgende Grafik zeigt was der Gemeinde von den Steuereinnahmen übrig bleibt, das sogenannte „Netto-Steueraufkommen“:


Ausgaben_im_Verwaltungshaushalt 


 Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt stellen sich folgendermaßen dar:

 
Ausgaben_im_Verwaltungshaushalt_nach_Aufgaben_2021





Die nachfolgende Aufstellung gibt Auskunft darüber, welche Einrichtungen im laufenden Betrieb über die zu erzielenden Einnahmen hinaus (z. B. Gebühren) besonders bezuschusst werden (ohne Investitionen):

 
Einrichtungen_Zuschuss_2021
 

Den Finanzspielraum (grau hinterlegt) für die Gemeinde soll nachfolgende Grafik deutlich machen.
 
Entwicklung_Steuereinnahmen_2021


 
Wie bereits eingangs erwähnt ist der Überschuss des Verwaltungshaushaltes ein wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung auch für die zurückliegenden Jahre.
 
Zuführung_an_Vermögenshaushalt_2021



 
Die Grafik zeigt auf, dass das Ergebnis in der Regel immer über dem Planansatz lag. Mit dem Haushaltsplan wird auch der Finanzplan der kommenden drei Jahre beschlossen, er wird auch Investitionsplan genannt. Die nachfolgende Grafik zeigt die Bereiche/Projekte, in welche die Gemeinde in diesem und in den nächsten Jahren investieren will.
 
Investitionen 2021
Es sind Investitionen im Umfang von rund 29,21 Millionen Euro (ohne Tilgungsleistungen) vorgesehen.


 Ausgaben_im_Vermögenshaushalt_2021


 
Der Großteil der Investitionen fließt in die Schulen (rd. 1,7 Millionen Euro), in den Bau für Mietwohnungen für Einheimische (rd. 3,6 Millionen Euro), in den Straßenbau (rd. 9,4 Millionen Euro), in Rohrleitungsinvestitionen des gemeindlichen Wasserwerks (rd. 0,8 Millionen Euro) sowie eine Kapitaleinlage an die Gemeindewerke Oberhaching GmbH in Höhe von rd. 4,1 Millionen Euro zum weiteren Ausbau des geothermisch gespeisten Nahwärmenetzes. Für den allgemeinen Grunderwerb sind rd. 4,0 Millionen Euro vorgesehen. Für das Kommunalunternehmen Grundstücksverwaltung Oberhaching (KU) sind rd. 1,8 Millionen Euro vorgesehen.
 
In den Finanzplanungsjahren 2022-2024 hat der Gemeinderat folgende Schwerpunkte gesetzt:


Investitionsschwerpunkte_2021



 
Zur Kostendeckung der geplanten Investitionen müssen in den Jahren 2021 bis 2024 voraussichtlich auch Kredite aufgenommen werden.
 
Zusammenfassung und Übersicht über die Finanzplanungsjahre
 


Zusammenfassung_Übersicht_Finanzplanjahre


 

Stand der Rücklage
Die allgemeine Rücklage wird zu Beginn des Haushaltsjahres 2021 nach dem vorläufigen Abschluss 2020 voraussichtlich rd. 2,1 Millionen Euro betragen. Die gesetzlich geforderte Mindestrücklage wird damit deutlich übertroffen. Die Rücklage steht (bis auf die Mindestrücklage von rd. 0,6 Millionen Euro) für Investitionen des Jahres 2021 zur Verfügung. Eine Rücklagenzuführung wird aufgrund der geplanten Investitionen im Jahr 2021 und den Finanzplanungsjahren 2022 bis 2024 voraussichtlich nicht möglich sein.


 
Stand der Schulden
Der Schuldenstand der Gemeinde beträgt zu Beginn des Haushaltsjahres 2021 rund 40,51 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von rd. 2.947 Euro bei 13.745 Einwohner am 31.12.2019 entspricht. Der Landesdurchschnitt liegt bei Gemeinden unserer Größenklasse am 31.12.2019 bei 667 Euro je Einwohner.
Im Jahr 2021 ist zur Finanzierung der Investitionen eine Kreditaufnahme von 20.767.200 Euro geplant. Dadurch erhöht sich, nach Abzug der laufenden Tilgung der Schuldenstand voraussichtlich auf rd. 59,1 Millionen Euro.
Ob eine Kreditaufnahme in diesem Umfang tatsächlich notwendig wird, hängt im Wesentlichen von der Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen und dem Fortschritt der einzelnen geplanten Investitionsmaßnahmen des Jahres 2021 ab.
 
Wofür wurden die Schulden aufgenommen? Hier die Antwort:


 Schuldenaufnahme_2021

 

Seit 2009 wurden insgesamt rund 135 Millionen Euro in Kinderbetreuung/Schulen, Geothermie/Energiewende und Grunderwerb investiert. Die weiteren Investitionen neben den vorstehenden Aufgabenfeldern haben rund 40 Millionen Euro betragen. Insgesamt hat davon die Gemeinde rund zwei Drittel selbst erwirtschaftet, rund ein Drittel wurde über Kredite finanziert.