Haushalt und Finanzen der Gemeinde Oberhaching 2022

Der Haushaltsplan 2022 wurde am 8. März 2022 vom Gemeinderat als Haushaltssatzung verabschiedet.
In der Haushaltssatzung werden auch die Hebesätze der Grund- und Gewerbesteuer für das Haushaltsjahr festgelegt. Diese betragen:

Gewerbesteuerhebesatz 250  v. H
Grundsteuerhebesatz  A + B 300  v. H.

Nach der Finanzplanung sollen sich diese Hebesätze in den kommenden Jahren nicht ändern.
 
Der kommunale Haushaltsplan besteht aus zwei Teilen, dem Verwaltungs- und dem Vermögenshaushalt.
 
Der Verwaltungshaushalt bildet den laufenden Betrieb ab, wie die Personalkosten, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsaufwendungen, laufende Zuschüsse, alle Steuer- und Gebühreneinnahmen und die Steuerausgaben. Im Jahr 2022 beträgt das Volumen des Verwaltungshaushalts 57.004.200 €. Ein wichtiger Indikator ist das anvisierte Ergebnis des Verwaltungshaushaltes. Im Jahr 2022 wird ein Überschuss von 2.877.100 € erwartet. Dieser Überschuss wird für Investitionen an den Vermögenshaushalt weitergeleitet.
Der Vermögenshaushalt bildet die Investitionen der Gemeinde ab, wie Hochbaumaßnahmen, Straßenbaumaßnahmen, Investitionszuschüsse, Grunderwerb sowie die Tilgungsleistungen. Dafür sind im Jahr 2022 insgesamt 15.733.600 € vorgesehen.

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Einnahmepositionen im Verwaltungshaushalt. Die Übersicht über die Einnahmeseite zeigt, dass die Steuereinnahmen die größte Position ausmachen. Sie verteilen sich wie folgt:

Einnahmen Verwaltungshaushalt 2022

Die Steuereinnahmen setzen sich wie folgt zusammen:

Steuereinnahmen

Die obenstehende Grafik zeigt, wie wichtig die Gewerbesteuer für den gemeindlichen Haushalt ist. Es lohnt sich einen genaueren Blick darauf zu werfen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Ergebnisse (blau) und die Erwartungen der Gewerbesteuereinnahmen (rot) in den jeweiligen Jahren.

Gewerbesteuer


 
Von den gemeindlichen Steuereinnahmen fließt ein erheblicher Teil an den Landkreis (Kreisumlage) und an den Staat (Gewerbesteuerumlage). Dies ist oft nicht bekannt bzw. wird unterschätzt. Die nachfolgende Grafik zeigt was der Gemeinde von den Steuereinnahmen übrig bleibt, das sogenannte „Netto-Steueraufkommen“:

Fluss Steuereinnahmen
 


 Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt stellen sich folgendermaßen dar:

Ausgaben VW-HH

 

Die nachfolgende Aufstellung gibt Auskunft darüber, welche Einrichtungen im laufenden Betrieb über die zu erzielenden Einnahmen hinaus (z. B. Gebühren) besonders bezuschusst werden (ohne Investitionen):

Aufstellung laufender Betrieb

 

 
Den Finanzspielraum (grau hinterlegt) für die Gemeinde soll nachfolgende Grafik deutlich machen.

Entwicklung wichtiger Steuereinnahmen



 Wie bereits eingangs erwähnt ist der Überschuss des Verwaltungshaushaltes ein wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung auch für die zurückliegenden Jahre.

Zuführung VM-HH
 


Die Grafik zeigt auf, dass das Ergebnis in der Regel immer über dem Planansatz lag. Mit dem Haushaltsplan wird auch der Finanzplan der kommenden drei Jahre beschlossen, er wird auch Investitionsplan genannt. Die nachfolgende Grafik zeigt die Bereiche/Projekte, in welche die Gemeinde in diesem und in den nächsten Jahren investieren will.
 
Investitionen 2022
Es sind Investitionen im Umfang von rund 13,03 Millionen Euro (ohne Tilgungsleistungen) vorgesehen.

Investitionen VM-HH



Der Großteil der Investitionen fließt in die Schulen (rd. 1,2 Millionen Euro), in den Straßenbau (rd. 1,7 Millionen Euro), in Rohrleitungsinvestitionen des gemeindlichen Wasserwerks (rd. 1,3 Millionen Euro) sowie eine Kapitaleinlage an die Gemeindewerke Oberhaching GmbH in Höhe von rd. 3,0 Millionen Euro zum weiteren Ausbau des geothermisch gespeisten Nahwärmenetzes und der Energiezentrale. Für den allgemeinen Grunderwerb sind rd. 3,2 Millionen Euro vorgesehen.
 
In den Finanzplanungsjahren 2023-2025 hat der Gemeinderat folgende Schwerpunkte gesetzt:

Investitionsschwerpunkte




Zur Kostendeckung der geplanten Investitionen müssen in den Jahren 2024 und 2025 voraussichtlich auch Kredite aufgenommen werden.

Zusammenfasssung

 

Stand der Rücklage
Der Stand der Rücklage zum 31.12.2020 hat rund 2,06 Mio. € betragen. Zum Jahres-abschluss 2021 wird voraussichtlich eine Rücklagenzuführung von rund 2,0 Mio. € möglich sein. Damit wird die Rücklage auf rund 4,0 Mio. € zum 31.12.2021 anwachsen. Im Jahr 2022 ist eine Rücklagenentnahme von 1.788.500 € geplant, sodass zum Ende des Haushaltsjahres 2022 eine Rücklage von rund 2,2 Mio. € verbleibt.

Stand der Schulden
Der Schuldenstand der Gemeinde beträgt zu Beginn des Haushaltsjahres 2022 voraussichtlich rund 51,75 Mio. €, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 3.790 € bei 13.638 EW am 31.12.2020 entspricht. Der Landesdurchschnitt liegt bei Gemeinden unserer Größenklasse am 31.12.2020 bei 699 € je Einwohner.
Im Jahr 2022 ist zur Finanzierung der Investitionen keine Kreditaufnahme erforderlich. Nach Abzug der laufenden Tilgung (rund 2.703.300 €), verringert sich der Schuldenstand voraussichtlich auf rund 49,05 Mio. €. Dies würde einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 3.596 € am Ende des Jahres 2022 entsprechen.

 
Wofür wurden die Schulden aufgenommen? Hier die Antwort:

Schuldenaufnahme


 
Seit 2009 wurden insgesamt rund 140 Millionen Euro in Kinderbetreuung/Schulen, Geothermie/Energiewende und Grunderwerb investiert. Zusätzliche weiteren Investitionen in den Straßenbau und in das Wasserwerk haben rund 30 Millionen Euro betragen. Von den insgesamt rund 170 Millionen Euro hat die Gemeinde über zwei Drittel selbst erwirtschaftet, knapp ein Drittel wurde über Kredite finanziert.