Aktive Mobilitätspolitik

Die Gemeinde Oberhaching steht für eine aktive Mobilitätspolitik. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Stärkung des sogenannten Umweltverbundes, sprich der Verknüpfung des Fuß- und Radverkehrs mit dem öffentlichen Personennahverkehr (Busse und Bahnen). Bereits im Rahmen der Ortsentwicklung wird darauf geachtet, dass die Arbeits-, Freizeit- und Einkaufswege möglichst kurz gehalten und somit auch bestens zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Ein attraktiver Nahverkehr zeichnet sich durch eine gute Angebotsqualität bei Bussen und Bahnen aus. Das bezieht sich gleichermaßen auf das Linien- und Haltestellennetz wie auf die jeweiligen Bedienzeiten und Taktdichten der verkehrenden Fahrzeuge. Gerade im Hinblick auf die vom Landkreis bestellten und bezahlten MVV-Regionalbusse sind mit den Fahrplanwechseln 2018 und 2019 (jeweils im Dezember) deutliche Verbesserungen in Oberhaching verbunden.

Die Gesellschafterversammlung des Münchner Verkehrsverbundes (MVV) strebt eine Tarifstrukturreform an. Ziel ist, das Tarifsystem übersichtlicher und gerechter zu machen. Aktuell ist geplant, dass Deisenhofen und Furth in den künftigen Innenraum (M-Zone) integriert werden. Die Einzelheiten und Ticketpreise werden derzeit noch geprüft und überarbeitet. Die MVV-Gellschafterversammlung will Anfang Juli über die Tarifstrukturreform entscheiden. Angedacht ist, dass die neue Tarifstruktur im Juni 2019 eingeführt wird. Wie werden Sie über die weitere Entwicklung, auch in den Kyberg Nachrichten, auf dem Laufenden halten.

Auf politischem Weg verfolgt die Gemeinde das Ziel, dass die Bedienzeiten der sehr gut angenommenen Meridian-Regionalverbindung Richtung München und Holzkirchen/ Rosenheim weiter ausgebaut werden. Sowohl in den werktäglichen Abendstunden wie auch an den Wochenenden und Feiertagen sind zusätzliche Fahrten mehr als wünschenswert. Gleiches gilt im Hinblick auf die Bayerische Oberlandbahn (BOB), die bislang den Bahnhof Deisenhofen ohne Halt passiert. In Verbindung mit einer Haltestelle "Menterschwaige", die ebenfalls auf politischem Weg verfolgt wird, wäre eine hoch attraktive Südtangente mit interessanten Verknüpfungspunkten zu weiteren ÖPNV-Angeboten im Münchner Süden geschaffen! Und mit einem durchgängigen 20-Minuten-Takt bis Sauerlach, wäre sowohl den Sauerlacher Bürgern als auch unseren P&R-Anlagen gedient, die dadurch entlastet würden.

Fahrradverkehr

Beim Radverkehr gilt das Augenmerk der Gemeinde sowohl dem fließenden wie dem ruhenden Verkehr. Während die Radlerinnen und Radler in den innerörtlichen Tempo 30-Zonen zusammen mit den Autos auf der Straße verkehren (bessere Sichtbarkeit im Mischverkehr), bemüht sich die Gemeinde hinsichtlich der Verbindung mit den Nachbargemeinden und Ortsteilen um weitere Fahrradtrassen. Konkret geht es darum, mög­lichst zü­gig all­wet­ter­taug­li­che und si­che­re Rad­ver­bin­dun­gen auf be­ste­hen­den Forst­we­gen im Münch­ner Sü­den zu schaf­fen. So soll­ten die zen­tra­len Ver­bin­dungs­we­ge ent­lang von Bahn­stre­cken asphal­tiert wer­den, bspw. von Sauerlach über Deisenhofen nach Harlaching bzw. zur Großhesseloher Brücke. Die Federführung für diese interkommunalen Radverbindungen zwischen Oberhaching, Sauerlach, Taufkirchen und Unterhaching hat der Landkreis München inne.

Darüber hinaus richtet die Gemeinde in Kooperation mit dem Landkreis mehrere MVG-Mietradstationen ein, um die innerörtliche Feinerschließung gerade für Bus- und Bahnfahrer weiter zu verbessern und die Gesamtreisedauer zu verkürzen. Und ganz klar, es braucht auch Abstellplätze für das eigene Fahrrad, die speziell in den Ortsmitten und an den Bahnhalten von der Gemeinde weiter kontinuierlich ausgebaut werden.

Auto und Parken

Beim Autoverkehr achtet die Gemeinde darauf, dass die Straßen in einem guten und ausreichend dimensionierten Zustand sind. Zuletzt wurde die Münchner Straße umgestaltet, umfassend saniert und mit Flüsterasphalt versehen. In den nächsten Jahren wird die Engstelle der Sauerlacher Straße am Deisenhofener Bahndamm beseitigt, damit dort ein reibungsloser Begegnungs- und Busverkehr (auch im Hinblick auf den geplanten Schulcampus westlich des Deisenhofener Bahnhofs) möglich wird.

Hinsichtlich der Parkplätze hat sich gerade in den Ortsmitten die Parkzeitbeschränkung bewährt, wodurch die Kunden der ansässigen Geschäfte, Banken und Ärzte in der Regel immer einen freien Parkplatz finden. In den gemeindlichen Parkzonen können Sie wahlweise die klassische blaue Parkscheibe oder per Smartphone und ParkNow-App die digitale Variante nutzen.

Bei den P&R-Stellplätzen an den Bahnhalten zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Während es am Bahnhalt Furth noch freie Kapazitäten gibt, muss am Bahnhof Deisenhofen über eine behutsame Ergänzung und ggf. auch über eine Bewirtschaftung der P&R-Stellplätze nachgedacht werden. Umso mehr, sollte die anvisierte Integration Oberhachings in den MVV-Innenraum tatsächlich erfolgen.

E-Mobilität und Digitalisierung

Angesichts der vielfach proklamierten und absehbaren elektromobilen Zukunft sind jetzt entsprechende Weichen zu stellen. Sei es im Hinblick auf den gemeindlichen Fuhrpark oder die öffentliche Ladesäuleninfrastruktur.

Und noch weiter in die Zukunft gerichtet geht es um das autonome Fahren sowie das Car- und Ride-Sharing, das mit der zunehmenden Digitalisierung und einer Vielzahl an neuen (kollaborativen, multi- und intermodalen) Mobilitätsangeboten einher gehen wird. Diesbezüglich gilt es, gerade an der "Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof Deisenhofen", die entsprechenden planerischen, räumlichen und baulichen Vorkehrungen (auch im Hinblick auf den künftigen, benachbarten Schulcampus) zu schaffen.