Radverkehrspolitik Landkreis München

Dem Radverkehr kommt im Landkreis München eine hohe Bedeutung zu.

Radhauptverbindung

Schnelle Radverbindung von Sauerlach bis nach München durchgängig nutzbar

Bereits 2015 hatten die Gemeinden Sauerlach, Oberhaching, Unterhaching und Taufkirchen den Anstoß zum Bau einer Radschnellverbindung im Münchner Süden gegeben, der nach längerer Planung schließlich am 23. Juli 2018 im Kreistagsbeschluss zum Bau der ersten Radhauptverbindung im Landkreis München mündete. Ein Jahr später erfolgte der Spatenstich für den ersten Teilabschnitt der Strecke zwischen Sauerlach und Oberhaching, der noch im Dezember 2019 für den Verkehr freigegeben werden konnte. Der Freistaat Bayern hat diesen Teilabschnitt der Baumaßnahme nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gefördert.

Im Juni 2020 erfolgte der Spatenstich für die Arbeiten am zweiten Teilabschnitt zwischen Oberhaching und Geiselgasteig, in deren Zug insbesondere der Knotenpunkt an der Nußbaum-Ranch und der angrenzenden Bahnunterführung, an dem es in der Vergangenheit bereits wiederholt zu gefährlichen Situationen und Unfällen gekommen war, entschärft wurde. Nach intensiven Verhandlungen mit allen Beteiligten konnten auch alle Interessen bei den Themen Arten-, Wasser- und Landschaftsschutz angemessen berücksichtigt werden. So wurden im Zuge der Baumaßnahmen unter anderem auf einer Länge von 3,6 Kilometern Reptilienzäune entlang der Baustelle in der Zeit von August bis November angebracht, deren Aufstellen von einer ökologischen Baubegleitung überwacht wurde. Zudem wurden 15 Sonnplätze für Reptilien zwischen Bahntrasse und Radweg zur Optimierung deren Lebensraums errichtet. Vier bestehende Amphibienteiche wurden im Perlacher Forst instandgesetzt sowie ein weiterer Amphibienteich angelegt.

Seit November 2020 können Bürgerinnen und Bürgern im südlichen Landkreis das Ergebnis dieser Arbeiten nutzen: die erste Radhauptverbindung im Landkreis München.

Rund 3,5 Mio. Euro kostet der neue, bahnbegleitende Radweg, der die südlichen Landkreisgemeinden noch besser mit der Landeshauptstadt München verbindet. Für mehr Sicherheit und Komfort wurde die neue Verbindung auf einer Länge von 7,5 Kilometern durchgängig in einer Breite von drei Metern asphaltiert. Die neue Radhauptverbindung ist dank eines durch den Landkreis finanzierten Winterdienstes künftig ganzjährig komfortabel und sicher befahrbar. Winterradeln

Über die Großhesseloher Brücke könnte der Weg am Ende bis nach München und dort im vorhandenen Radwegenetz weiter führen.

Eröffnung RHV
Freuten sich über die Fertigstellung des 2. Bauabschnitts und gaben den Weg offiziell frei für den Verkehr: (v.l.n.r.) Landrat Christoph Göbel, die Bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer sowie Oberhachings Erster Bürgermeister Stefan Schelle.

Radverkehrs- und Beschilderungskonzept für den Landkreis

Der Landkreis München hat im Frühjahr 2021 ein Radverkehrs- und Beschilderungskonzept für den Landkreis verabschiedet. Allerdings gibt es noch keinen Zeithorizont, keine Priorisierung und keinen Kostenrahmen für die Umsetzung der dort skizzierten Radltrassen (insgesamt ca. 600km). Das regionale Radverkehrsnetz unterscheidet nach Radschnellwegen, Radhauptverbindungen, Ergänzungsnetz sowie Freizeitrouten. Je nach Klassifizierung sind unterschiedliche Wegebreiten und Oberflächen angedacht. Es handelt sich ausdrücklich nur um ein Rahmenkonzept, d.h. jeder einzelne Trassenvorschlag würde vor einer Umsetzung noch einmal vor Ort abgestimmt, gezielt hinsichtlich Wirksamkeit und Kosten-Nutzen-Aspekten geprüft bevor eine weitergehende Planung angestellt wird.

Die Attraktivität der Oberhachinger Radhauptverbindungen zeigt zum einen, wie groß der Bedarf an möglichst ganzjährig nutzbaren Fahrradtrassen ist. Zum anderen wird daran aber auch deutlich, dass nur eine regionale Betrachtung und ein regionaler Netzausbau zielführend sein kann, denn die (Sport)Radler fahren ja nicht nur auf einer Trasse hin und her. In diesem Sinne hat sich auch die Gemeinde Oberhaching in dieses landkreisweite Konzept eingebracht, um gerade die großen Radverkehrsströme über weitere Trassenvorschläge gleichermaßen frühzeitig abzuleiten als auch auf diesen zusätzlichen Trassen zu verteilen und zu bündeln.

So finden sich in dem Wunschliniennetz u.a. die Alte Oberbiberger Straße mit Überbrückung der M11, die Ortsverbindungsstraße nach Altkirchen (Altkirchner Straßl) oder auch der Feldweg von Oberbiberg nach Gerblinghausen mit einer denkbaren Weiterführung bis Eulenschwang. Wie gesagt, ob und wann diese Trassen kommen, ist derzeit weder absehbar noch würden diese ohne nähere Prüfung und öffentliche Diskussion umgesetzt werden. Gleiches gilt für eine Radschnellwegtrasse von Deisenhofen über den Taufkirchner Weg in die Münchner Innenstadt. Hierfür liegt eine erste Grobkostenschätzung vor (ca. 48 Millionen Euro), aber ob und wann dieser ca. 16 km Radschnellweg realisiert wird, ist nicht absehbar. Dieser könnte dann vom bzw. zum Deisenhofener Bahnhof auch über die sogenannte Bahnparallele geführt werden. Diese Trasse ist im Flächennutzungsplan seit Jahren dargestellt und führt bahntrassenbegleitend von der Unterführung an der Garten-/ Kybergstraße bis zur Unterführung vom Inneren Stockweg zum Sportplatz und von dort weiter auf den Taufkirchner Weg.

Das Radverkehrs- und Beschilderungskonzept des Landkreises ist auf der Homepage des Landkreises München und dem dort ebenfalls eingebundenen Rats- und Bürgerinfosystem zu finden: Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Infrastruktur.