Planungen für den Schulcampus 

Die Bevölkerung im Ballungsraum wächst deutlich, in Oberhaching ganz bewußt eher moderat. Vor allem junge Familien und damit viele Kinder ziehen nach München und ins Münchner Umland. Das hat unmittelbare Auswirkungen für Kinder und Jugendliche und deren Schulbesuch. Die Schulen sind voll, so auch die Realschulen in Taufkirchen und Holzkirchen.

Nach den derzeit vorliegenden Schülerprognosen werden im südlichen und südöstlichen Landkreis in den nächsten Jahren zwei weitere Realschulen notwendig. Ebenso verhält es sich mit den Fachoberschulen, die starke Zuwächse an Schülern verbuchen. Der Landkreis hat daher in einem Schulbedarfsplan Zahlen ermittelt, um die Schülerströme konkreter beurteilen zu können. Auch wenn diese Zahlen hoch erscheinen, in den vergangenen Jahren hat sich herausgestellt, dass beispielsweise in Grünwald die Schülerzahlen später deutlich über den vorherigen Prognosen liegen.

Etwa 350 Kinder und Jugendliche aus Oberhaching werden im  geplanten Schulcampus am S-Bahnhof Deisenhofen in der eigenen Heimatgemeinde in die Schule gehen. Damit entspannt sich auch die Übertrittsdiskussion in den 4. Klassen der Grundschulen.

Kosten

Die Kosten für die beiden am Schulcampus anvisierten Schulen verteilen sich auf mehrere Schultern. Die Hauptlast, also Gehälter und Pensionen der Lehrer, trägt der Freistaat Bayern. Nach dem Bayerischen Schulfinanzierungsgesetz tragen die Kommunen und Landkreise den so genannten Sachaufwand.

Für die Fachoberschulen übernimmt der Landkreis alle Kosten zu 100 Prozent, auch Grundstücks- und Baukosten. Bei Realschulen und Gymnasien trägt der Landkreis den gesamten laufenden Aufwand, wie Strom, Heizung oder Reinigung, den Bauunterhalt und Verwaltungskosten. Von den Baukosten für die Realschule tragen die Mitgliedsgemeinden des zugehörigen Zweckverbands etwa 30 bis 40 Prozent, aufgeschlüsselt nach den konkreten Schülerzahlen, die aus der jeweiligen Gemeinde kommen. Genaue Berechnungen zu den Kosten für die Realschule können erst seriös erstellt werden, wenn erste Planungen vorliegen.

Überschlägig ergibt sich eine jährliche Belastung von etwa 2.500 Euro pro Schüler, damit bewegen sich die Zahlen in der Größenordnung der übrigen Kinderbetreuung, wie Krippen, Kindergarten und Hort. Selbst wenn die Realschule in einer anderen Gemeinde errichtet wird, trägt Oberhaching die gleichen Kosten, mit dem Nachteil, dass die Oberhachinger Kinder zusätzlich pendeln müssen. Schulen in der Gemeinde erzeugen und bewahren Verbundenheit der Kinder zu ihrer Heimatgemeinde, Freundschaften am Ort, Engagement in den Vereinen oder auch in der Musikschule. Auch der umliegende Einzelhandel, die Bäkcerein, Metzgereien und die Gastronomie profitieren.

Standort

Der bislang favorisierte Standort am Bahnhof Deisenhofen zeichnet sich durch eine hervorragende öffentliche Verkehrsanbindung mit der S-Bahn, Meridian und den MVV-Bussen aus. Die notwendigen Flächen sind ausreichend groß und im Eigentum der Gemeinde. Gleichwohl sind im Rahmen des noch nicht begonnenen Bebauungsplanverfahrens obligatorisch auch anderweitige Standortalternativen zu prüfen.  Das wird dann auch erfolgen und erste Alternativen werden ja auch bereits öffentlich diskutiert, beispielsweise am Bahnhalt Furth.

Planungen

Mit der Genehmigung durch den Freistaat Bayern beginnen jetzt die Planungen bzw. deren Vorbereitung. Bis Frühjahr 2020 soll ein leistungsfähiges Büro mit der gesamten Projektsteuerung europaweit gefunden und beauftragt werden. Dann erst wird mit der Suche des Planungsbüros begonnen. Die Auswahl des Planungsbüros erfolgt auf der Basis erster Planungsentwürfe.

Alle Planungsschritte werden der Öffentlichkeit präsentiert, mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und im Gemeinderat beraten. Im Ergebnis sollen Schulen entstehen, die ins Ortsbild der Gemeinde Oberhaching passen, mit vernünftiger Erschließung, mit dem Einhalten von Sichtachsen und Wegeverbindungen und entsprechenden Freiflächen und Außenanlagen. Die Planungshoheit verbleibt bei der Gemeinde, der Gemeidnerat hat also immer das letzte Wort, wo, wann und in welcher Größenordnung gebaut wird.

Am 7. November 2019 gab es seitens der Gemeinde eine Informationsveranstaltung zum Stand und zum weiteren Vorgehen zur Planung und Realisierung der anvisierten Real- und Fachoberschule.  Die Präsentation, die Herr Bürgermeister Schelle dort erläutert hat, finden Sie in der rechten Spalte oben zur Ansicht und zum Download. Darin sind auch die weiteren Schritte und die groben Zeitfenster skizziert. Demnach könnten die beiden Schulen zum Schuljahr 2025/ 2026 den Betrieb aufnehmen.

Verkehr

Im Rahmen der Planungen werden auch die Verkehrsgutachten konkretisiert. So stehen die Schülerzahlen für die Fachoberschule erst nach den Probeeinschreibungen fest, werden aber tendenziell deutlich sinken. Im Frühjahr 2020 wird eine neue Schulbedarfsprognose für den Landkreis München vorliegen. Sobald die ersten Planungsentwürfe vorliegen, werden auf deren Basis die verkehrlichen Auswirkungen untersucht und selbstverständlich auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Verantwortung und Zukunftschance

„Niemand baut aus Jux und Tollerei oder zur Selbstverwirklichung eine Schule. Es wäre bequemer nichts zu tun. Aber wir tragen Verantwortung für die kommenden Schülergenerationen und für die Kinder in Oberhaching ist das eine tolle Zukunftschance“, betont Bürgermeister Stefan Schelle.

Der Gemeinderat und der Kreistag des Landkreises München haben sich in den vergangenen Jahren einstimmig für einen Schulcampus am Bahnhof Deisenhofen ausgesprochen. „Nun werden wir vernünftig und ohne Hektik im engen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern den Schulcampus planen und Lösungen finden, die zu unserer Gemeinde passen.“