Laubbläser und Laubsauger – Krachmacher mit Nachteilen für Mensch und Natur

Der Herbst ist da und die Blätter fallen. Wussten Sie, dass Herbstlaub Schutz gegen Verdunstung, Bodenfrost und aufkommendes Unkraut bietet? Von Wegen, Plätzen und Rasen gekehrtes und gerechtes Laub eignet sich als bester Kompost.

Blätter enthalten viele Nährstoffe, wie Calcium und Eisen, die eine kostenlose Düngung sind. Beim Laubräumen gehen diese Nährstoffe verloren.

Auf Beeten und Gehölzflächen kann Laub den Winter über liegengelassen werden, da es sich meist leicht zersetzt. Eine Ausnahme sind Kastanien-, Pappel-, Walnuss- und Eichenblätter.

Sich zersetzendes Laub ist ein Humuslieferant. Wird es dem Boden nicht rückgeführt, sind Mikroorganismen und Regenwürmer in ihrer Aktivität vermindert, der biologische Kreislauf wird unnötig verlangsamt und langfristig auch gestört.

Wer Igel im Garten haben möchte, schafft diesen mit einem Laubhaufen ein geeignetes Winterquartier.

Gerade jetzt kommen Laubbläser und Laubsauer im privaten wie im gewerblichen Bereich wieder intensiv zum Einsatz - nicht immer zur Freude der Mitmenschen und zum Schaden der Natur.

Nachteile für Mensch und Natur

  • Lärmbelästigung:
    Laubgeräte sind kraftvoll und dementsprechend laut. Geräte mit Zweitaktmotoren entwickeln Schallpegel von 90 bis 110 Dezibel und erzeugen ohrenbetäubenden Lärm.Aber auch elektrisch betriebene Geräte sind für ihre unmittelbare Umgebung eine erhebliche Lärmbelästigung. Benutzer sollten ab 80 Dezibel unbedingt einen Gehörschutz tragen.
  • Abgase:
    Laubgeräte mit Benzinmotoren belasten die Umwelt mit Abgasen.
  • Luftbelastung:
    Bei trockener Witterung wirbeln Laubbläser viel Staub auf, genauso Pollen und
    Mikroorganismen.
  • Verminderte Humusbildung:
    In Gärten und auf Grünflächen stört die gründliche Entfernung von Blättern den Stoffkreislauf. Die Humusbildung wird verhindert und der Oberboden trocknet leichter aus.
  • Lebensgefahr für Kleintiere:
    Laubsauger entfernen durch den starken Sog auch Bodenfeinteile und töten Kleinlebewesen wie Käfer, Spinnen und Würmer. Auch größere Tiere wie junge Igel können eingesaugt werden.

Vernünftiger Einsatz

  • Laubbläser
    Setzen Sie Laubbläser – wenn überhaupt nötig – ausschließlich zur Laubentfernung auf großen, befestigten Flächen und nur mit Rücksicht auf Lärmschutz, Gesundheit und Umwelt ein. Achten Sie bitte auf die zulässigen Betriebszeiten (siehe Kasten).
  • Auf Laubsauger verzichten
    Auf Laubsaugen sollten Sie wegen der gravierenden Folgen für die Tierwelt und die Bodenqualität grundsätzlich verzichten.

Tipp: Greifen Sie bei der Gartenarbeit zu Rechen, Harke und Besen! Das tut Ihrer Gesundheit, Ihrer Fitness und Ihrem Garten gut.