Evangelische Kirchengemeinde Zum Guten Hirten

Die evangelische Kirche Zum Guten Hirten liegt auf dem Kyberg direkt neben dem Rathaus.

Die Evangelische Kirchengemeinde in Oberhaching blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Im Religionsedikt von 1803 war eine Gleichberechtigung der anerkannten Religionen - römisch-katholisch, protestantisch und reformiert - zwar garantiert worden, in der Bevölkerung jedoch blieb das Misstrauen damals zunächst groß. Während sich die protestantische Kirche unter König Max Joseph in der Haupt- und Residenzstadt bereits fest konstituiert hatte, lebten im Jahre 1840 im Hachinger Tal nur sehr wenige evangelische Bürger.

1908 fanden in Oberhaching die ersten evangelischen Gottesdienste statt - in einem Privathaus. Von 1911 bis 1933 konnten die Protestanten einen eigenen Raum im alten Schulhaus nutzen, in dem ein- bis zweimal monatlich der Gottestdienst gehalten wurde. Die evangelische Gemeinde machte damals gerade 3-5 Prozent der Bevölkerung aus und wurde von der Pfarrei Perlach mitbetreut.

Der oberfränkische Landwirt Johann Hofmann schenkte der kleinen Gemeinde schließlich ein Kirchen-Baugrundstück auf dem Kyberg, wo er einen Obstanbau betrieb. Im Dezember 1934 wurde das eilig im hintersten Eck des großen Obstgartens für 10.000 Reichsmark errichtete Gotteshaus feierlich eingeweiht. „Alles war so schlicht, so leer, so ärmlich“, so eine Zeitzeugin, doch bald schon wurde das kleine "Notkirchlein" für so manchen zugereisten Protestanten zu einem neuen Zuhause. Die geistliche Betreuung erfolgte weiterhin von Perlach aus - meist durch Hilfsgeistliche, die oft wechselten und eine kontinuierliche Kirchenarbeit erschwerten.

Das Kirchen-Gebäude wurde 1992/93 in architektonisch überzeugender Weise erweitert, so dass die Kirchengemeinde heute in einem lichten und warmen Raum zusammenkommen kann. In ihm wird etwas von dem Namen der Kirche erfahrbar, der an Jesus Christus als Mitte der Gemeinde erinnert: „Zum Guten Hirten“. Das Wachstum der evangelischen Kirchengemeinde durch Zuzug aus allen Teilen Deutschlands machte 1980 den Bau eines Gemeindezentrums erforderlich. Das evangelische Gemeindehaus in unmittelbarer Nähe zur Kirche ist seitdem ein Ort voller Leben für alle Generationen.

Bereits seit den 60er-Jahren bestehen lebendige ökumenische Beziehungen zu den
katholischen Pfarreien, die über die Jahre beständig ausgebaut wurden. Gemeinsam
mit der evangelischen Kirchengemeinde, dem katholischen Pfarrverband und dem
Kreisjugendring betreibt die Gemeinde Oberhaching seit 1985 den Jugendtreff A12
(www.jugendtreff-a12.de). Schwerpunkte sind neben der offenen Jugendarbeit auch
Kindergruppen und Freizeiten. Die örtlichen Vereine, die Volkshochschule und die
Schulen sind andere wichtige Kooperationspartner.

Gegenwärtig umfasst die evangelische Gemeinde etwa 2.400 Gemeindemitglieder.
Die Kirchengemeinde mit ihren über 200 ehrenamtlich Mitarbeitenden versteht sich
gemäß dem 2002 vom Kirchenvorstand verabschiedeten Leitbild als offene und
einladende Gemeinde. Sie will den Menschen um das Evangelium von Jesus Christus
herum Heimat bieten und einen Beitrag dazu leisten, dass Neuzugezogene in Oberhaching „heimisch“ werden. Die kirchengemeindliche Arbeit bietet viele Anknüpfungspunkte, dabei zu sein oder sich selbst aktiv einzubringen: Gottesdienste in traditionellen oder alternativen Formen, spirituelle und thematische Angebote, Seelsorge und Besuchsdienst, Aktionen für junge Familien und Gemeindefreizeiten, Veranstaltungen für Frauen und ein „Männerpalaver“, eine sehr aktive Kirchenmusik mit fünf Chören, Konfirmandenunterricht und Erwachsenenbildung, Öffentlichkeits- und Umweltarbeit, Ökumene und die lebendige Partnerschaft mit einer tansanischen Kirchen gemeinde sind nur einige Schwerpunkte.