Einheimischenmodell Am Neuen Weg/ Forstweg

In der Sitzung am 6. Oktober 2015 fasste der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan für ein neues Einheimischenmodell. Das neue Baugebiet entsteht an der Franz-Josef-Strauß-Straße zwischen dem Forstweg und Am Neuen Weg. Die bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche hat eine Größe von ca. 17.500m². Das entspricht in etwa 60% des vormaligen Einheimischenmodells am nahegelegenen Puppenspielerweg.
 
Anlass und Hintergrund  für das neuerliche Einheimischenmodell ist, dass sich in Oberhaching, wie im gesamten Ballungsraum München, viele Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen kaum noch Wohneigentum leisten können. Diese Entwicklung bedroht zunehmend die gewachsenen Sozialbeziehungen sowie eine gesunde und ausgewogene Sozialstruktur. Das ist letztlich auch die Legitimation für Einheimischenmodelle. Hier sollen Einheimische, die sich auf dem freien Markt kein Wohneigentum leisten können, zu vergünstigten Konditionen zum Zuge kommen.
 
Der Bebauungsplan sieht 7 Doppelhäuser, also 14 Doppelhaushälften, 4 Reihenhausriegel mit 19 Reihenhäusern, 2 Geschosswohnungsbauten und 6 Einfamilienhäuser vor.

Die 6 Einzelhausgrundstücke waren von dem Einheimischenmodell ausgenommen und wurden mittels eines Bieterverfahrens verkauft. Die Bewerbung und Vergabe der 14 Doppelhaushälften an "Einheimischenhaushalte" ist bereits abgeschlossen. Auch die Bewerbungsphase und Vergabe für die 19 Reihenhausparzellen ist abgeschlossen. Allerdings konnten lediglich 14 Reihenhausparzellen im Rahmen des Einheimischenmodells vergeben werden. Die restlichen 5 Reihenhausparzellen wurden über ein (bereits abgeschlossenes) Bieterverfahren angeboten

Geschosswohnungsbau - Mietwohnungen für Einheimische

Im Rahmen des Einheimischenmodells „Am Neuen Weg“ werden auch zwei Geschosswohnungsbauten entstehen. Diese Einheimischenwohnungen sollten zunächst als Eigentumswohnungen veräußert werden. Nachdem mittlerweile neue Leitlinien für eine europarechtskonforme Ausgestaltung von Einheimischenmodellen vorliegen, hat sich der Gemeinderat im Oktober 2018 entschieden, diese ca. 24 Wohnungen nun als Mietwohnungen an Einheimische zu vergeben.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind vor allem zwei Punkte: Einerseits handelt es sich bei den leitlinienkonformen Einheimischenmodellen um Sozialmodelle, d.h. ausschlaggebend für den Grundstücks- und/ oder Wohnungserwerb ist die soziale Bedürftigkeit des Personenkreises. Das Ortsansässigkeitskriterium darf zwar noch im Rahmen der Auswahlentscheidung (Bepunktung der Bewerbungen) berücksichtigt werden (maximal 5 Jahre), allerdings ist die Ortsansässigkeit kein Zulassungskriterium für eine wirksame Bewerbung. Somit kann sich ein jeder Haushalt, völlig unabhängig vom jetzigen Wohnort, um dieses gemeindlich subventionierte Wohneigentum bewerben, solange er unter die festgelegten Einkommens- und Vermögensgrenzen fällt. Aufgrund des hohen Siedlungsdrucks im Ballungsraum München hätte eine entsprechende Antragsflut auf die Gemeinde zukommen können.

Andererseits sehen die EU-Leitlinien für Einheimischenmodelle fixe Einkommens- und Vermögensgrenzen vor, die mit den bereits sehr hohen und weiter steigenden Grundstücks- und Baupreisen im Ballungsraum München nicht in Einklang zu bringen sind. Eine Finanzierung von Wohneigentum ist damit nahezu ausgeschlossen, weshalb auch der bayerische Städtetag für diese hochpreisigen Gebiete zu Mietwohnungen für Einheimische rät. An der Ausschreibung der Reihenhäuser wurde dieses Finanzierungsparadoxon bereits deutlich, weshalb 5 der 19 Reihenhäuser erst über ein offenes Bieterverfahren seitens der Gemeinde veräußert werden konnten.

Noch kurz zum weiteren Vorgehen und zum groben Zeitplan: Geplant und gebaut werden die zwei Geschosswohnungsbauten mit ca. 24 Wohnungen von der Baugesellschaft München Land, an der die Gemeinde Oberhaching auch beteiligt ist. Eigentümer und Bauherr der Gebäude und des Grundstücks bleibt die Gemeinde Oberhaching.

Über die Anzahl der Wohnungen, deren Größe und Zuschnitt soll im Frühjahr 2019 entschieden werden. Im Anschluss sind die Pläne für die Baugenehmigung weiter auszuarbeiten und die Baukosten zu ermitteln, um die daraus resultierenden Mietpreise kalkulieren zu können. Auf Basis dieser Parameter hat dann der Gemeinderat über den Kriterienkatalog für die Vergabe dieser Mietwohnungen an Einheimische zu entscheiden. Die Bewerbungsphase wird sich zeitlich an dem sich im Laufe des kommenden Jahres weiter konkretisierenden Bauzeitenplan orientieren. Die Gemeindeverwaltung rechnet aktuell mit einem Baubeginn im Frühjahr 2020 und mit der Fertigstellung der ca. 24 Wohnungen bis Herbst 2021.

Sobald nähere Einzelheiten zu den Wohnungen, den Mietpreisen, dem Kriterienkatalog und dem Zeitplan, insbesondere hinsichtlich der Bewerbungsphase, absehbar sind, informieren wir die Öffentlichkeit selbstverständlich über die Kyberg Nachrichten und hier über die Gemeindehomepage.