Aktionsprogramm zur Radverkehrsförderung 2016

Die Gemeinde hat sich mit dem Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) und einem entsprechenden Grundsatzbeschluss am 7. Februar 2012 zu einer aktiven und ganzheitlichen Förderung des Radverkehrs in Oberhaching verpflichtet.

Seit dieser Zeit stellt die Gemeinde alljährlich ein Aktionsprogramm auf, um die Fahrradnutzung im Alltag weiter zu erhöhen. Auch das Aktionsprogramm für das Jahr 2016 ist nach den Handlungsfeldern „Ortsentwicklung“, „Infrastruktur für den ruhenden Radverkehr“, „Infrastruktur für den fließenden Radverkehr“, „Service und Dienstleistung“ sowie „Information und Kommuni-kation“ gegliedert.

So wichtig wie die geplanten Maßnahmen selbst, sind der Dialog und die Zusammenarbeit mit den interessierten und auch besorgten Bürgerinnen und Bürgern, mit den engagierten Akteuren des ADFC, den Unternehmen vor Ort und nicht zuletzt der Polizei. All diesen Partnern gebührt großer Dank für ihren Einsatz, wenn auch nicht immer alle Bedürfnisse befriedigt werden können. Sei es aus finanziellen Gründen oder aufgrund von Zielkonflikten, die nicht zuletzt aus dem begrenzten (Straßen)Raum resultieren.

Rückblick auf die Radlaktivitäten in Jahr 2015

Im Handlungsfeld „Ortsentwicklung“ ist es durch die Ansiedlung eines Tengelmann-Marktes in der Ortsmitte Deisenhofen gelungen, die alltäglichen Versorgungswerke kurz und fahrradfreundlich zu halten. Das Ladenprojekt in der Ortsmitte Oberhaching (Kirchplatz/ Kybergstraße) steht nach wie vor auf der Agenda, um auch dort die Nachversorgung weiter zu stärken und zu sichern.

Damit das Fahrrad zuhause wie in den neuen Geschäften möglichst „griffbereit“ zur Verfügung steht, hat die Gemeinde im Jahr 2012 eine Fahrradabstellplatzsatzung erlassen.

Im Handlungsfeld „Ruhender Radverkehr“ konnten weitere Fortschritte erzielt werden. Nach den Erweiterungen der Abstellanlagen am Bahnhof Deisenhofen im Jahr 2014 wurden 2015 am Bahnhalt Furth 30 überdachte und 30 freie Abstellplätze geschaffen. Zusätzlich bezuschusst die Gemeinde die Herstellung von ca. 100 Radlabstellplätzen auf dem Gelände des FC Deisenhofen mit 30.000 Euro, die seit März 2016 zur Verfügung stehen.

Im Handlungsfeld „Fließender Radverkehr“ wurden mehrere, sehr erfreuliche Fortschritte erzielt. Im Hinblick auf die Fortführung des Radwegs nach Oberbiberg konnten Fördermittel gesichert und mit dem Bau des Radwegs begonnen werden. Allerdings läuft noch immer das Enteignungsverfahren für den noch fehlenden Lückenschluss, sodass eine endgültige Fertigstellung des kompletten Radwegs momentan nicht absehbar ist.

Ebenfalls sehr erfolgreich war der interkommunale Vorstoß mit den Nachbargemeinden Sauerlach, Taufkirchen und Unterhaching im Hinblick auf die Realisierung einer Radschnellverbindung entlang der Bahnstrecke von Sauerlach nach Deisenhofen und weiter zur Isar/ Großhesseloher Brücke bzw. zum Mangfallplatz. Der Landkreis hat sich der weiteren Prüfung der technischen wie finanziellen Machbarkeit der Radltrasse angenommen und ist auch grundsätzlich bereit, diese Trasse in Form einer Sonderbaulast zu realisieren. Die Gemeinden haben das Angebot unterbreitet, den Winterdienst gemeinschaftlich zu übernehmen, um die Trasse ganzjährig nutzbar zu machen. Dieses Projekt gilt es in 2016 weiter voranzutreiben, um möglichst schon in 2017 die bereits bestehenden Forstwege asphaltieren und nutzen zu können.
Ebenso vorteilhaft für den fließenden Radverkehr ist die Neukonzeption der Wegweisung, die in 2015 erfolgte und 2016 realisiert werden soll.

Im Bereich „Information und Kommunikation“ sowie „Service und Dienstleistung“ sei auf die Radl-Artikelserie in den Kyberg Nachrichten verwiesen, die Radlentschrottungsaktionen, das Sattelfest im Rahmen des Straßenfestes samt Verteilung von Reflektorbändern und Informationsmaterial durch die örtliche ADFC-Gruppe sowie der Ausbau des Informationsangebotes auf der Gemeindehomepage.

Ausblick auf die Radlaktivtäten im Jahr 2016

Die Schwerpunkte der Radverkehrsförderung liegen im Jahr 2016 ganz klar im Bereich der Infrastruktur für den fließenden Radverkehr. Das wird sich im Umbau der Münchner Straße, in der neuen Radwegweisung, in der Machbarkeitsuntersuchung des Landkreises für die Radschnellverbindungen entlang der Bahnlinie, (hoffentlich) in der Fertigstellung des Radwegs nach Oberbiberg sowie in der Forcierung eines regionsweiten Mietradangebots, vergleichbar und vor allem systemkompatibel zum „MVG-Rad“ der Landeshauptstadt München, niederschlagen.

Darüber hinaus sollen die bislang verfolgten Projekte und Maßnahmen, die sich in den einzelnen Handlungsfeldern bewährt haben, fortgesetzt und weiterentwickelt werden.

Ortsentwicklung/ Verkehrsplanung
  • Stärkung der Nahversorgung am Kirchplatz durch den Laden an der Kybergstraße – Fortführung und baldmöglichster Abschluss des Bebauungsplanverfahrens;
  • Integrierte Verkehrsuntersuchung inkl. Radverkehr: Pflichtenheft und Ausschreibung in 2017, Umsetzung in 2018ff.
Infrastruktur für den fließenden Radverkehr
  • Umsetzung der fahrradspezifischen Wegweisung auf Basis der Konzeption des Büros GEVAS+Partner mit vorheriger Antragsstellung auf Fördermittel („Kommunalrichtlinie“);
  • Fertigstellung des Radwegs nach Oberbiberg (St 2368 – Enteignungsverfahren läuft);
  • Unterstützung des Landratsamtes bei der Realisierung der interkommunalen Radschnellverbindungen von Sauerlach bis München mit Zubringer Unterhaching und Taufkirchen;
  • Umgestaltung der Münchner Straße (1. BA, Ortseingang Further Bad bis Holzstraße) mit Verbesserung der Situation für den Radverkehr (Federführung Staatliches Bauamt);
  • Entwicklung einer Radwegeverbindung entlang der M 11 in Richtung Sauerlach (Federführung beim Straßenbauamt);
  • Fortlaufende Prüfung weiterer Radwege(ergänzungen) im Gemeindegebiet und darüber hinaus;
  • Fortlaufende Identifizierung und möglichst auch Entschärfung innerörtlicher Gefahrenpunkte für den Rad- bzw. Fußverkehr;

Infrastruktur für den ruhenden Radverkehr
  • Fertigstellung der von der Gemeinde bezuschussten ca. 100 Radabstellplätze auf dem Gelände des FC Deisenhofen;
  • Fortsetzung der erfolgreichen „Rote-Karte-Entschrottungsaktionen“ an den B&R-Abstellanlagen;
  • Fortlaufende Beobachtung der Auslastung der vorhandenen Abstellanlagen sowie von „Wildparkern“ als Indiz für fehlende Abstellanlagen;
Service und Dienstleistung
  • Forcierung eines regionsweiten Mietradangebots, vergleichbar und systemkompatibel zum „MVG-Rad“ der Landeshauptstadt, im Hinblick auf die Errichtung entsprechender Radl-Stationen an relevanten Standorten in Oberhaching möglichst in 2017;
  • Initiierung von Reparaturkurse im Rahmen des Ferienprogramms (ADFC, Agenda 21);
  • Weitergabe nützlicher und motivierender Give-Aways an Schulen und beim Sattelfest: Sattelschutz, Warnwesten o.ä.;
Information und Kommunikation
  • Beteiligung der Gemeinde an der Aktion „Stadtradeln“ im Rahmen der Energievision des Landkreises ist beabsichtigt (Prüfung durch Umweltabteilung);
  • Bürgermotivation mittels Transparente „Radln Sie mit“, „Mit dem Rad zum Einkaufen“ möglichst in Verbindung mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen;
  • Bürgerinformation/ Auslage von Broschüren: z.B. „Rad fährt Bus+Bahn“, „Sicher unterwegs mit dem Fahrrad“ (GDV) etc.;
  • Artikelserie zum alltäglichen Radeln in den Kyberg Nachrichten;
  • Homepage/ Radverkehrsseite: Zielgruppenspezifische Infos und Mitmach-Links;
  • Sattel-Fest beim Straßenfest mit den Kooperationspartnern und dem Fahrradhandel;
  • Fortsetzung der Aktion „Autofrei zur Schule“,
  • Information des örtlichen Gewerbes: Leasing-Räder, Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“, betriebliches Mobilitätsmanagement;
  • Mitmachaktionen/ Zielgruppeansprache: Kinder und Jugendliche über Ansprache der Schulleitungen und Umwelt-AG´s: Aktion „Schulradler“ (Aktion der AGFK BW);Für die genannten nicht-investiven Maßnahmen sind im Haushaltsentwurf 2016 (Haushaltsstelle 1141.6321) 15.000 Euro veranschlagt.
Neue Sackgassen-Schilder mit Kennzechnung der Durchlässigkeit für Fußgänger und Radfahrer mit Christian Stöltzing (Lokale Agenda 21), Udo Wunsch (Polizei Unterhaching), Bürgermeister Stefan Schelle und Brigitte Braitsch (ADFC Hachinger Tal) Mit dem Aktionsprogramm hat sich die Gemeinde für das Jahr 2016 wieder viel vorgenommen. Sicherlich wäre noch mehr wünschenswert. Die gemeindliche Radverkehrspolitik ist aber auf Dauer angelegt und auch die alljährlich zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen sind begrenzt.

Gleichwohl freuen wir uns über weitere Anregungen von unseren Bürgerinnen und Bürgern, die wir im Rahmen des Möglichen auch gerne aufgreifen und umsetzen!